Interview mit dem Treffpunkt

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1) Was verbindet Sie mit Lügde und seinen Ortsteilen, warum kandidieren Sie für das Amt des Bürgermeisters?

Lügde ist für mich Heimat, Lebensmittelpunkt und Passion zugleich. Meine Frau kommt aus Sabbenhausen und wir haben Freunde und Familie in fast allen Ortsteilen. Die Menschen hier sind bodenständig, interessieren sich füreinander und halten zusammen. Wir leben dazu in einem tollen Kultur- und Naturraum und sind trotzdem relativ schnell in Städten wie Hannover, Paderborn oder Bielefeld. Das alles macht Lügde für mich zu einer sehr lebenswerten Stadt, in der ich gerne mit meiner Familie wohne und mich auch leidenschaftlich einsetze.

Das Amt des Bürgermeisters bietet unglaublich viele Möglichkeiten vor Ort aktiv zu gestalten und an einer guten Zukunft mitzuwirken. In der aktuell herausfordernden Zeit bin ich gerne bereit mehr Verantwortung für Lügde und alle 10 Ortsteile an ganz entscheidender Stelle zu übernehmen und das auch mit einer langfristigen Perspektive. Die vielen positiven Rückmeldungen nach der Bekanntgabe meiner Kandidatur bestärken mich darin, dass es genau die richtige Entscheidung war zu kandidieren.

 

2) Was zeichnet Sie aus diese anspruchsvolle Aufgabe / Stelle zu besetzen?

Meine beruflichen Erfahrungen bilden sicherlich das Fundament. Ich habe bei der Stadt Bielefeld mein duales Verwaltungsstudium absolviert und arbeite jetzt seit gut 10 Jahren bei der Bezirksregierung Detmold. Dieser Erfahrungsschatz aus Kommunal- und Landesverwaltungspraxis und der Blick über den Lügder Tellerrand hinaus sind sicherlich von Vorteil. Seit vielen Jahren bin ich daneben ehrenamtlich und kommunalpolitisch in zahlreichen Vereinen und dem Rat aktiv und kenne die Menschen und unsere Stadt aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Diese Mischung aus beruflichen Qualifikationen, Orts- und Menschenkenntnisse und der Fähigkeit eigene Ideen zu entwickeln und durchzusetzen sowie das notwendige Verantwortungsbewusstsein für die Aufgabe als Bürgermeister sind meine Bewerbung für Lügde.

 

3) Was wollen Sie verändern?

Ich stehe für eine moderne und serviceorientierte Verwaltung auf Augenhöhe mit Bürgerschaft, Wirtschaft, Ehrenamt und allen weiteren Akteuren vor Ort. Gemeinsam können wir Lügde zu einer modernen Bürgerkommune entwickeln, in der Stadt- und Ortsteilentwicklung ganzheitlich unter Beteiligung aller vor Ort organisiert wird. Daneben setze ich mich für eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie mit klaren Zielen ein, damit wir unsere Stadt wirtschaftlich erfolgreich, sozial gerecht und ökologisch verantwortbar aufstellen und weiterentwickeln. Hierzu zählt natürlich auch ein sorgsamer und zielorientierter Umgang mit den städtischen Finanzen.

4) Gibt es Problematiken oder Themen die Sie in Angriff nehmen möchten?

Lügde hatte Mitte der Neunzigerjahre 12.000 Einwohner, heute sind es noch gut 9.500. Dieser Verlust in der Bevölkerung macht sich in allen 10 Ortsteilen deutlich bemerkbar, auch strukturell. Beispiele sind Geschäftsaufgaben, Schulschließungen (Elbrinxen) und die Erhöhung der Pro-Kopf-Verschuldung. Wir brauchen daher eine klare Strategie, damit Lügde gerade für junge Familien eine dauerhafte Perspektive bietet. Eine Stabilisierung und im besten Fall eine Umkehr bei der Einwohnerentwicklung ist der Schlüssel für eine positive Stadtentwicklung. Damit stärken wir unsere heimische Wirtschaft, den Bildungsstandort Lügde, das breite Vereinsangebot und sorgen auch für stabile Gebühren und Abgaben, da Fixkosten auf mehr Köpfe verteilt werden können. Daneben gilt es zu verhindern, dass sich unsere Ortsteile zu reinen Schlaforten entwickeln. Wir brauchen lebendige Ortsteile und nachhaltige Perspektiven für das bestehende Angebot vor Ort.

5) Wie steht es um die Synergien mit Bad Pyrmont und Schieder?

 

Es gibt hier Licht und Schatten und in beiden Fällen sicherlich noch viel Potential, wenn alle Beteiligten wirklich mehr zusammenarbeiten wollen. Im Tourismusbereich laufen schon viele Kooperationen mit beiden Städten. Schieder-Schwalenberg und Lügde kooperieren bei Messen und arbeiten auch bei den Wanderwegen oft gut zusammen. Auch im Bildungsbereich arbeiten wir bei der Volkshochschule Lippe-Ost oder dem Zweckverband der Pestalozzi-Förderschule in Blomberg schon viele Jahre vertrauensvoll miteinander. Da Schieder-Schwalenberg keine weiterführende Schule mehr hat, könnte ich mir hier eine bessere Einbindung mit dem Ziel der Stärkung des Gigas-Zentrums gut vorstellen. Bad Pyrmont und Lügde haben gerade das gemeinsame Artenschutzbündnis auf den Weg gebracht und betreiben gemeinsam eine Kläranlage. Ein gemeinsames Regionalmarketing und eine bessere Abstimmung bei Veranstaltungen wäre aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt. Bad Pyrmont und Lügde bilden für die Menschen ohnehin einen gemeinsamen Wirtschafts- und Lebensraum.

6) Nach Corona ist die Haushaltslage schwieriger, ausbleibende Gewerbesteuereinnahmen, erhöhte Kreisumlage. Haben Sie Ideen wie diese vielleicht schwierigere Zukunft für Lügde leichter werden kann?

 

Verantwortung heißt für mich, den Menschen reinen Wein einzuschenken, auch wenn es negative Nachrichten sind. Wir haben bisher die gesundheitlichen Auswirkungen in Lügde und der Region im Vergleich gut überstanden. Die wirtschaftlichen Folgen sind aber schon jetzt für einige Unternehmen existenzbedrohend. Mit Blick auf das weltweite Ausbruchsgeschehen und die globalen ökonomischen Folgen dieser Pandemie müssen wir uns weiterhin auf schwierige Zeiten einstellen. Die Corona-Pandemie ist die Herausforderung unserer Generation. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir bei allen Entbehrungen diese Krise meistern und gestärkt daraus hervorgehen werden. Andere Generationen haben weitaus schwierigere Zeiten durchlebt.